Momentan hat man es als Anleger von Liquidität nicht einfach. Die Frage, ob man eher langfristig oder kurzfristig Investieren soll, ist nicht so einfach zu beantworten.
Einerseits stecken wir, historisch gesehen, schon in einer Niedrigzinsphase. Dies spricht eigentlich gegen eine langfristige Investition. Andererseits lassen die, von vielen schon länger erwarteten, anziehenden Zinsen jetzt schon ziemlich lange auf sich warten. Auch wenn die gefühlte Inflation für den ein oder anderen recht hoch zu sein scheint, werden die Leitzinsen eher gesenkt als erhöht – was dazu führt, dass die Gelder, die man eigentlich nur kurzfristig als Tagesgeld parken wollte, schon ziemlich lange dort liegen und die gezahlten Zinsen immer weiter sinken.

Was tun also? Doch etwas länger investieren, um wenigstens womöglichen weiteren Zinssenkungen zu entkommen? Oder durchhalten und auf die Zinswende warten? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten, allerdings gibt es ein paar Banken, die mit Produkten aufwarten, die sich irgendwo zwischen kurz- und langfristiger Anlage bewegen.

In diesem Artikel möchte ich solche Angebote dreier Banken (RaboDirect, akf bank und VTB Bank) vorstellen.

Festgeld „plus“ – Festgeld mit Mindestzins

Beginnen wir mit dem Angebot der akf bank, dem sogenannten Festgeld „plus“.
Hierbei handelt es sich auf den ersten Blick um ein konventionelles Festgeldangebot: Das Geld wird über eine definierte Laufzeit zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt und erst nach Ende der Laufzeit wieder ausgezahlt. Der Zinssatz ist allerdings eine Besonderheit, denn er ist eigentlich ein Mindestzins. Falls in einem Zeitraum während der Laufzeit das Tagesgeld der akf bank besser verzinst sein sollte, als das gewählte Festgeld „plus„, so wird das Festgeld für diesen Zeitraum mit dem besseren Tagesgeldzins verzinst. Sinkt der Tagesgeldzins wieder unter den vereinbarten Festgeld „plus“ Zins, so gilt wieder dieser vereinbarte Zins.
Dieses Angebot „schützt“ also etwas vor der Gefahr, bei einer langfristigen Anlage irgendwann Zinsen unter dem dann geltenden Tagesgeldzins zu erhalten (vorausgesetzt die akf bank glänzt zu dieser Zeit nicht durch eine extrem schlechte Tagesgeldverzinsung).

RaboSpar – höhere Zinsen für Kündigungsfristen

Ein anderes Konzept bietet die niederländische RaboDirect an. Hier kombiniert man ein klassisches Tagesgeld mit einer Kündigungsfrist bei Verfügungen. Es gibt insgesamt zwei verschiedene Produkte, RaboSpar30 und RaboSpar90, die sich in der jeweiligen Kündigungsfrist unterscheiden. Möchte man über sein Geld verfügen, muss man den gewünschten Betrag über die Webseite kündigen. Nach Ablauf von 30 (RaboSpar30) bzw. 90 Tagen (RaboSpar90) wird das Geld dann ausgezahlt. Lohn dafür: ein erhöhter Zinssatz, der mindestens 0,1% (RaboSpar30) bzw 0,2% (RaboSpar90) über dem Normalzins des normalen Tagesgeldkontos der RaboDirect liegt. Eine Sonderklausel gibt es bei Zinssenkungen seitens der Bank, dann kann das Guthaben innerhalb von 14 Tagen ohne Kündigung abgezogen werden.

VTB Duo – Festgeld mit Verfügungsmöglichkeit

Wieder ein leicht anderes Konzept bietet die VTB Bank an, hier bietet man ein Festgeld mit der Möglichkeit der teilweisen Verfügung. Das sogenannte VTB Duo Festgeld erlaubt über 20% des Anlagebetrages jederzeit zu verfügen. Das schützt zwar nicht vor fallenden Zinsen, aber wenn die Verzinsung der Festgeldanlage zu schlecht wird, kann man wenigstens einen Teil des Gelds abziehen und anders investieren.

Alle drei Angebote versuchen einen kleinen Spagat zwischen langfristiger und kurzfristiger Anlage, wobei mir die Variante der akf bank bezüglich Planungssicherheit momentan am besten gefällt.
Die RaboDirect Produkte warten momentan zwar mit einer guten Verzinsung auf, bieten aber keinen Schutz vor Senkungen des Tagesgeldzinses – die ich bei der RaboDirect angesichts der Festgeldkonditionen früher oder später erwartet.

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