In dieser Serie möchte ich ein paar persönliche Gedanken zum Thema „Geldanlage in der Niedrigzinsphase“ niederschreiben. Ich werde mich dabei mit mehreren Anlagemöglichkeiten und ihren Vor- bzw. Nachteilen beschäftigen. Es kann auch gut sein, dass ab und an der ein oder andere Exkurs zu einem passenden Seitenthema anfällt 😉

Als erstes werde ich mich mit der „klassisch deutschen“ Anlageform beschäftigen, mit der dieser Blog hier eigentlich auch seinen Anfang nahm: der Geldanlage auf Tages- oder Festgeldkonten.

Tagesgeld und Festgeld – noch eine sinnvolle Form der Geldanlage?

Wenn man unter Geldanlage versteht, sein Geld gewinnbringend anzulegen, muss man diese Frage in der aktuellen Zeit leider eindeutig mit NEIN beantworten. Warum? Nun, mit dem aktuellen Zinsniveau kann man nicht wirklich mehr von Zinsgewinnen sprechen… Sehen wir uns doch einmal die aktuellen Angebote von bekannten Tagesgeldanbietern an:

AnbieterZinsHaken
Cortal Consors1,00 %nur Neukunden, bis 25.000 €, für 6 Monate – normaler Zins 0,05 %
MeineBank1,00 %nur bis 10.000 €, darüber hinaus 0,40 %
ING-DiBa1,00 %nur Neukunden, bis 100.000 €, für 4 Monate – normaler Zins 0,20 %
Renault Bank direkt0,70 %nur Neukunden, für 3 Monate – normaler Zins 0,50 %
MoneYou0,50 %

 

Leicht zu erkennen: Lässt man den „Lockzins“ für Neukunden außen vor, ist es aktuell nicht mal möglich eine Verzinsung von 1 % zu erhalten. Selbst bei der aktuell (zumindest laut offizieller Zahl) überschaubaren Preissteigerung verliert man auf längere Zeit damit effektiv Geld bzw. Kaufkraft.

Wenn man sich die aktuellen Festgeld-Angebot ansieht wird schnell klar, dass auch mit etwas längeren Laufzeiten nur wenig zu gewinnen ist:

Laufzeitaktuell ungefähr zu erhaltender Zins
6 Monate0,50 – 0,75 %
12 Monate0,70 – 0,80 %
24 Monate0,80 – 1,00 %
36 Monate1,00 – 1,15 %
60 Monate1,20 – 1,50 %
120 Monate1,50 – 1,80 %

Selbst Laufzeiten von 10 Jahren verzinsen nur mit rund 1,50 %. Wenn man bedenkt, dass man vor 10 Jahren ca. 3 % auf simple Tagesgeldeinlagen erhalten hat sollte jedem schnell klar sein, dass ein solcher Zins bei dieser Laufzeit keine gute Idee sein kann. Selbst bei Festgeldanlagen mit längeren Laufzeiten verliert man also effektiv Kaufkraft. Dazu kommt, dass man bei nach oben drehenden Zinsen nicht reagieren kann, da das Geld vertraglich gebunden ist.

Tages- und Festgelder also total vergessen?

Nein, für den sicherheitsorientierten Anleger haben beide Anlageformen schon noch ihre Daseinsberechtigung. Vor allem für den „Notgroschen“, den man immer haben sollte (ca.  3 Monatesgehältern), bietet sich das Tagesgeldkonto als Aufbewahrungsort an. Auf dem Girokonto liegt das Geld ja meist total unverzinst, da erscheint sogar ein Minizins nicht mehr so ganz schlecht.

Auch sind beide Anlageformen relativ sicher – zumindest so sicher wie unser aktuelles Banksystem und die angeschlossenen Sicherungssysteme. Hierzu sollte man mit seiner Einlage nur unter der Einlagensicherungsgrenze von 100.000 € bleiben. Der einzige Verlust den man erleidet, entsteht durch den Kaufkraftverlust infolge der schlechten Verzinsung. Aber wenigstens wird das Geld auf dem Papier nicht weniger.

Fazit

Aktuell kann man sowohl Tagesgeld als auch Festgeldangebot als gewinnbringende Geldanlage vergessen, dafür ist das aktuelle Zinsniveau viel zu niedrig.

Tagesgelder sind momentan eigentlich nur zum lagern der Bargeldreserve geeignet. Festgeldkonten machen in meinen Augen nur Sinn, wenn man auf die Sicherheit der Bankeinlage setzt. Dazu muss man allerdings dem aktuellen Finanzsystem und den Einlagensicherungssystem vertrauen.

 

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