Da ist sie nun – die Insolvenz der MIFA. Die letzten Monate waren für Investierte (seihen es Anleihegläubiger oder Aktionäre) bei der MIFA nicht ganz einfach… Erst findet man einen Fehler in der Bilanz, der zu einem Loch von 15 Millionen Euro führt, dann findet man noch weitere, so dass das Loch auf 28 Millionen anwächst. Dann präsentiert man im Mai eine scheinbare Rettung in Form des indischen Fahrradherstellers HERO, der 15 Millionen in die MIFA investieren wollte. Im August rang man den Anleihegläubigern dann eine Stundung der am 12. August fälligen Zinsen ab.

Gegen Ende August wollte die MIFA dann im Rahmen einer Grundlagenvereinbarung noch mehr Zugeständnissen der Anleihegläubiger. Es sollte über einen Forderungsverzicht in Höhe von 15 Millionen seitens der Anleihegläubiger zugunsten einer Sachkapitalerhöhung in Neue Aktien (Dept-Equitiy-Swap) abgestimmt werden. Ebenso sollten auf die Zinsen der Periode 08/13 – 08/14 komplett verzichtet werden (also nicht nur eine Stundung) und die Laufzeit der Anleihe sollte, bei einer Senkung des Zinses um 1 % (auf 6,5 %), um 3 Jahre auf 2021 verlängert werden. Als Gegenleistung war das Bezugsrecht auf Neue Aktien, nach einem Kapitalschnitt im Verhältnis 1:100, auf dem Tisch.

Danach folgten noch ernüchternde Geschäftszahlen für 2013 (mit einem finalen Bilanzverlust von 29,6 Millionen Euro), und die Meldung über ein Miniplus im ersten Quartal 2014 (dass nach Abzug des negativen Finanzergebnisses allerdings auch ins Negative kippte), verbunden mit einem negativen Ausblick auf das zweite Quartal.

Am 29.09.2014 gab es dann die Ad hoc, dass ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals eingetreten ist und das Eigenkapital im Halbjahresabschluss voraussichtlich negativ sein wird.

Am selben Tag folgte auch die Meldung bezüglich der Insolvenz in Eigenverantwortung. Grund:

Ein wesentlicher Bestandteil der Grundlagenvereinbarung, die am 22. August mit der OPM Global B.V., einer Tochtergesellschaft des indischen Fahrradherstellers Hero Cycles Ltd., und der One Square Advisory Services GmbH, dem Gemeinsamen Vertreter aller Anleihegläubiger der MIFA-Anleihe 2013/18 (WKN: A1X25B / ISIN: DE000A1X25B5), zur finanziellen Sanierung der MIFA geschlossen wurde, konnte nicht wie zugesagt umgesetzt werden.

Die Punkte, die man von den Anleihegläubigern forderte waren mit einem Forderungsverzicht von 15 Millionen (bei einem Volumen von 25 Millionen) plus Zinsverzicht auch nicht so ganz ohne. Allerdings geht aus der Meldung leider nicht hervor, an welchem Punkt es nun genau gescheitert ist.

Glaubt man einem Artikel von Handelsblatt Online, war die Rolle der Inder auch mehr als Zweifelhaft:

Doch das Geschäft kam nach Handelsblatt-Informationen bisher nicht zustande. Im Gegenteil: Die indischen Verhandlungspartner hätten sich genau umgeschaut, heißt es aus Kreisen des Mifa-Vorstands. Sie hätten sich Fertigungsprozesse und Know-how abgeschaut und bei dem Bau einer neuen Fabrik in Indien angewandt. Die Rede ist von Wirtschaftsspionage im großen Stil. Kopieren statt kaufen, so lautet der Vorwurf, zu dem Hero bisher nicht Stellung nahm. (Quelle)

Wie dem auch sei – aus Sicht des Mittelstandsanleihenmarktes geht wieder eine Anleihe mit einem Volumen von 25 Millionen vor die Hunde. Und auch hier hat es nicht einmal zur ersten Zinszahlung für die Gläubiger gereicht….

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