Sowohl von ZAMEK als auch von MIFA gibt es nicht ganz uninteressante Neuigkeiten.

Zamek hatte am 30.05. zu einer Gläubigerversammlung geladen, was im Voraus schon Diskussionen über die Terminierung an einem Brückentag gegeben hat. Auf der Versammlung war dann zu erfahren, dass die Holding (der Ausgeber der Anleihe) wohl nur über ein Grundstück mit einem Wert (laut Gutachten) von rund 13 Millionen sowie ein Gesellschafterdarlehen im Wert von 1 Million Euro verfügt. Problem des Grundstückes: Dieses wurde im Jahre 2013 von einer Tochter (die ebenfalls Insolvent ist) an die Holding übertragen. Diese Übertragung wird vom Insolvenzverwalter der Holding angefochten – mit wohl gar nicht so schlechten Chancen.
Gestern wurde dann bekannt, dass Zamek die Aufhebung der Insolvenz in Eigenverantwortung beantragen will, und so in ein normales Insolvenzverfahren unter Führung eines Insolvenzverwalters wechseln wird. Begründet wird dies mit Meinungsverschiedenheiten mit dem neu Bestellten Vertreter der Anleihegläubiger bezüglich des weiteren Vorgehens.

MIFA kann mit einem neuen Aufsichtsrat, der bei weitem kein Unbekannter ist, aufwarten: Utz Claasen. Claasen kann auf einige Top-Management-Positionen zurückschauen: Finanzvorstand von Seat, Vorstandsvorsitzender von Sartorius, Vorstandsvorsitzender der EnBW und Vorstandsvorsitzender der Solar Millenium AG.
Allerdings ist Claasen nicht unumstritten. Bei EnBW gab es Ermittlungen bezüglich Bilanzfälschung und Vorteilsgewährung, Kritik am Führungsstil und an seinem hohen Übergangsgeld beim Verlassen von EnBW. Auch sein zweimonatiger Abstecher zu Solar Millenium führte zu diversen Gerichtsverhandlungen und Kritik, vor allem an der hohen Antrittsprämie von 9 Millionen Euro und einem monatlichen Fixgehalt von 100.000 Euro. Eine solch schillernde Persönlichkeit sollte auch für die MIFA nicht ganz billig sein….

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One Response to Zamek möchte Insolvenz in Eigenverwaltung beenden, MIFA beruft Utz Claasen

  1. Werner B. sagt:

    Dass die Eigenverwaltung nicht zustande kommt, war schon von Anfang an klar. Die Gläubiger haben das Vertrauen an das Unternehmen Zamek schon früh verloren. Es war keine kluge Entscheidung von Zamek über eine Mittelstandsanleihe frisches Kapital zu besorgen. So etwas ist von einem angeschlagenen Unternehmen nicht tragbar. Es macht kein Sinn Schulden zu begleichen, in dem man andere Schulden macht. Es ist ein sehr interessanter Fall. Gute und aktuelle Artikel finde ich oft bei Finance Magazin. Hier ein Link, fall jemand Interesse hat: http://www.finance-magazin.de/themen/zamek/
    Im Bereich der Mittelstandsanleihe sollte viel mehr Kontrolle herrschen. Es darf nicht passieren, dass ein angeschlagenes Unternehmen, sich über die Mittelstandsanleihe Gelder beschafft.

    Gruß

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