Von der MIFA gibt es wieder eine neue Adhoc, die mich doch etwas zum Nachdenken bringt. Das die MIFA ein paar Probleme (dank mangelnder Bilanzierungsfähigkeiten) hat wissen wir ja leider seit längerem. Seit kurzem ist bekannt, dass HERO zwar irgendwie als Retter auftauchen möchte, gleichzeitig aber einen empfindlichen Haircut im Bezug auf die 25 Millionen Anleihe (siehe hier) fordert.

Dazu passt die heute veröffentlichte News der MIFA. In dieser bringt die MIFA folgende Vorschläge zur Abstimmung:

  • Bestellung eines gemeinsamen Anleihenvertreters
  • Stundung der am 12.08.2014 fälligen Zinsen
  • Ausschluss von Kündigungsrechten bis zum 31.10.2014

Der Abstimmungszeitraum läuft vom 10.06.2014 bis 13.06.2014. Ganz ehrlich: Ich würde diesen Vorschlägen nicht zustimmen… (Wobei ich zugeben muss, dass mir diese Aussage als nicht Investierter entschieden einfacher fällt).

Punkt 1, der gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger, ist zwar ein sinnvoller Vorschlag – allerdings widerstrebt es mir in solch eine prekären Geschäftssituation, in der sich die MIFA in meinen Augen befindet, in diesem Punkt dem Vorschlag des Schuldners (= MIFA) das nötige Vertrauen zu schenken. Hier würde ich mich als Gläubiger einfach nicht vertreten fühlen, da die Gefahr doch zu groß ist, dass der Bevollmächtigte den Vorschlägen dessen folgt, der ihn überhaupt ins Spiel gebracht hat.

Punkt 2 ist etwas, was ich in meinem letzten Eintrag schon vermutet habe: Die MIFA kann/will die Zinsen der Anleihe nicht zahlen. Das ist in sofern etwas erschreckend, als dass es die erste Zinszahlung der MIFA überhaupt wäre – die Anleihe wurde immerhin erst im August 2013 ausgegeben – und da wusste noch niemand (der die Anleihe gezeichnet hat), dass der Karren so tief im Dreck steckt…

Punkt 3 ist zwar aus Seiten der MIFA verständlich, führt allerdings die Covernants der Anleihe absurdum. Warum veröffentlich man überhaupt eine Anleihe, die Kündigungsrechte für bestimmte (schlechte) Situationen vorsieht, wenn man in just diesem Augenblick von den Anlegern fordert, auf diese vertraglichen Kündigungen zu verzichten? In meinen Augen sind in solch einem Fall die Kündigungsrechte der Anleihenbedingungen das Papier nicht wert auf dem sie gedruckt sind.
Klar hat die MIFA aktuell große Probleme – allerdings beziehen sich ein Großteil der Kündigungsrechte eben genau auf solche problematischen Situationen. Und was bringt mir ein Kündigungsrecht für prekäre Situationen, wenn man genau dann gebeten wird, es nicht zu ziehen – zum Wohle der Firma?

Die ganze MIFA Geschichte hat für mich einen sehr schalen Beigeschmack…. Wie es jetzt aussieht, waren ein Großteil der Versprechungen und Zahlen zum Beginn der Anleiheemission einfach nur falsch, wie man jetzt, nur knapp 9 Monate nachdem man 25 Mio. an Geldern eingesammelt hat, feststellt. Man präsentiert nun zwar einen „weißen Ritter“ in Form der HERO, die den Fortbestand der Firma sichern soll, verlang aber extrem hohe Zugeständnisse der Anleger – an deren Stelle ich mich schon irgendwie hinters Licht geführt fühlen würde….

Spannendes (und trauriges, falls man investiert ist) Thema….

 

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